Einleitung - Neutralfett-Verseifung

Rohstoffe

SELA Kontinuierliche Verseifungsanlage
Kontinuierliche Verseifungsanlage

Seife wird gewöhnlich auf Basis von ca. 70 bis 85 % Rindertalg und von 15 bis 30 % Kokosöl hergestellt. Anstelle von Rindertalg kann auch gebleichtes Palmöl verwendet werden, wobei dessen Anteil für die Herstellung einer hochwertigen Toiletteseife nicht mehr als 75 % betragen sollte. Statt Kokosöl kann auch Palmkernöl eingesetzt werden. Je nach Fettqualität und Art des Endproduktes wird in manchen Fällen eine Vorreinigung und Bleichung der Fette durchgeführt.

 

Rührwerksbehälter mit flüssiger Grundseife
Rührwerksbehälter mit flüssiger Grundseife

Die Verseifung der Fette erfolgt mit Natronlauge (32 - 36 % NaOH), die durch Lösen von kristallinem Natriumhydroxid in Wasser hergestellt werden kann.

Das infolge der Reaktion von Fettsäure und Natronlauge vom Fett abgespaltene Glyzerin (ca. 10 % des Fettanteiles) wird durch Salzlösung (10-20% NaCl) ausgewaschen. Diese wird durch Lösen von kristallinem Salz in Wasser hergestellt.

Verseifung

Bei der Herstellung von Toiletteseife aus Neutralfett besteht der Verseifungsprozess aus den drei Stufen

Verseifen - Glyzerinwäsche - Schleifen,

bei denen Fette und Elektrolyt (NaOH- bzw. NaCl-Lösung) zur Reaktion miteinander gemischt und die Phasen anschließend wieder getrennt werden.

Bei der Verseifung reagieren ca. 130 kg NaOH (100%) mit 1000 kg Fett, wobei Wärme frei wird und ca. 90 kg Glyzerin abgespalten werden. Je intensiver die Glyzerinwäsche ausgeführt wird, desto geringer ist der Restgehalt an Glyzerin in der Seife und desto besser die Glyzerinausbeute. Durch mehrfache Verwendung des Waschwassers, z. B. im Kreislauf, kann die Glyzerinkonzentration Werte von 15 bis 25 % erreichen, bei denen eine wirtschaftliche Glyzeringewinnung möglich ist.

Nach der Auswaschung des Glyzerins werden durch entsprechende Einstellung des Elektrolytgehaltes (Zugabe von NaOH-Lösung) die zwei Seifen-Phasen Kern (ca. 75 %) und Leim (ca. 25 %) hergestellt. Hierbei hat der Kern einen Wassergehalt von 30 - 32 % bzw. einen Fettsäuregehalt von 60 - 63 % und stellt die geschliffene Grundseife dar, während der Leim den größten Teil der Verunreinigungen enthält und einen Wassergehalt von ca. 60 % hat. Die Trennung dieser beiden Phasen ist wegen des sehr kleinen Dichteunterschiedes besonders aufwendig. Der Leim wird dem Verseifungsprozess wieder zugeführt.

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30th World Exhibition Congress . Frankfurt am Main . 18 - 22 June 2012